Die personifizierte Fernsehunterhaltung

Man mag von Stefan Raab als Person halten was man mag – wirkliche Einblicke ins Privatleben gibt es ja nicht – aber was er im Fernsehen in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat, ist schon ziemlich beeindruckend, weswegen er dieses Jahr auch die Ehrenkrone erhält. Ich spreche jetzt zwar explizit nicht von TV Total, welches ich selber seit der 11. Klasse nicht mehr geschaut habe (und ich bin schon etwas aus länger aus der Schule raus ;-) ), aber von seinen abendfüllenden Shows.

Da wären zunächst die Event-Shows wie Wok-WM, Stockcar Challenge oder Turmspringen. Eigentlich recht banale Angelegenheiten, aber dadurch, dass mehr oder weniger prominente Deutsche mitmachen gewinnt dies unglaublich an Unterhaltungswert ohne sich in Abartigkeiten wie eine andere Show in der Wildnis mit B-Promis zu begeben. Bei uns im Freundeskreis sind diese Shows sehr beliebt und wir haben uns schon oft getroffen, schön Pizza bestellt und das Event verfolgt. Dabei konnte man sich zudem gut unterhalten oder auch nebenbei ein Brettspiel laufen lassen.

Sein Showmeisterstück machte Raab dann aber mit der Samstagsabendshow „Schlag den Raab“, welche etwas schaffte, was man seit den seligen 90er-Jahren Spielshows nicht mehr für möglich gehalten hätte: Millionen von Zuschauern bis in die Nacht vor den Fernseher zu fesseln und zwar auch die jüngeren, welche bei den Worten Gottschalk oder Wetten dass nur Bahnhof verstehen. Der Reiz der Show liegt definitiv darin, dass Raab die Spiele nicht her schenkt, sondern um jeden Preis gewinnen möchte, wie man in seiner letzten Show sah, als er einen Zu-Null-Sieg landete. Dabei bleibt er immer sportlich fair und behandelt seine Kandidaten als Gleichwertige – auch eine Besonderheit in der heutigen TV-Landschaft. Und ein Stück weit entfernt von dem Moderator, der bei TV Total mehr als einmal mit Formulierungen danebengegriffen hat.

Bild: Daniel Kruczynski| CC-BY-SA 2.0